Die Mandarinen-Ernte in China steht kurz bevor. Erste Prognosen deuten darauf hin, dass die Erträge in der Region Zhejiang im Vergleich zu 2025 um drei bis fünf Prozent geringer ausfallen. Auch in den Provinzen Hubei und Hunan wird die Ernte voraussichtlich um rund fünf bis acht Prozent zurückgehen. Mandarinen-Konserven dürften laut unserem Experten etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen. Dies entspricht einem Volumen von 500.000 bis 600.000 Tonnen. Davon werden etwa sechs Prozent exportiert. Rund 25 Prozent dieser Exporte gehen in die USA, während auf Deutschland rund drei Prozent entfallen. Damit bleibt der US-Markt ein wichtiger Einflussfaktor für die Preisentwicklung bei Exportware. Aufgrund der bestehenden Handelsspannungen ist derzeit jedoch nicht mit einer Belebung der Exportnachfrage zu rechnen. Entsprechend werden aktuell auch keine größeren Preissteigerungen für chinesische Ware erwartet.
Durch den heißen Sommer wird die Mandarinen-Produktion in der Türkei früher als gewöhnlich beginnen. In Adana rechnet unser Experte mit 10 bis 15 Prozent geringeren Erträgen als im Vorjahr, wohingegen im Raum Izmir alles stabil aussieht. Auch wenn der Rohwarenpreis noch nicht fixiert ist, sind Teuerungen wahrscheinlich – vordergründig aufgrund der gestiegenen Kraftstoffpreise. Aber auch höhere Löhne und Kosten für Verpackungsmaterialien wirken preistreibend. Zwar hat die türkische Lira gegenüber dem Euro aktuell rund 15 Prozent an Wert verloren, wodurch sich aus Währungssicht zunächst ein kostendämpfender Effekt ergibt. Dieser wird jedoch durch die weiterhin hohe Inflation in der Türkei von offiziell 31,5 Prozent, beziehungsweise nach Einschätzung unseres Experten rund 45 Prozent realer Inflation, deutlich überlagert. Insgesamt ist daher trotz des positiven Währungseffekts mit weiter steigenden Kosten zu rechnen.
